SPAZIERGANG DURCH DEN BACHBLÜTENGARTEN MIT VERONIKA

Veronika Mess in ihrem Bachblütengarten

Es ist ein warmer leicht bewölkter Augusttag,

 

an dem ich Veronika Mess in ihrem Bachblütengarten innerhalb der Kreativgärten treffe. Sie ist bereit, mit mir einen Spaziergang durch ihr Reich zu machen und mir dabei die Bachblüten und die Bachblütentherapie, die auf Dr. Edward Bach zurückgeht, vorzustellen.

Wir beginnen dort, wo Veronika mich auf ein paar kleine Weiden aufmerksam macht.

 

Veronika:

Mittlerweile sind einige Pflanzen vorhanden von den Bachblüten. Dies hier sollte eigentlich ein Weidentor werden, nur leider ist dies nur einseitig gekommen, die andere Seite muss ich dann im Herbst nochmal erneuern, damit ein wirklich guter Bogen entsteht.

 

U.:

Ich würde gerne wissen, wie bist du auf die Bachblüten gekommen, warum wolltest du diesen Bachblütengarten  machen?

Veronika:

Wir hatten ursprünglich vor, die ganzen übrig gebliebenen Teilbereiche, die von der Umgehungsstraße abgefallen sind, zu Heilkreisen zu bearbeiten. Kreise selber haben ja schon eine gewisse Heilfunktion, und wir wollten auf jeden Fall Energieplätze schaffen. Und da war es natürlich für mich auch naheliegend, Heilkräuter, die energetisch sehr hochwertig sind, anzupflanzen, und das sind die Bachblüten für mich.

Im Bachblütengarten

Ich habe mich mit Bachblüten so am Rande mal beschäftigt, aber nicht so direkt, und für mich ist das Begreifenlernen besser, wenn ich die Pflanzen vor mir habe, wenn ich sie sehen und begreifen kann, wenn ich sie vollständig da habe, nicht nur als Tropfen oder Tinktur.

Ja, das war dann eben von mir mein innerer Wunsch, dies hier mal anzubringen. So viele Bachblütengärten gibt es, glaube ich, auch gar nicht, vor allem nicht so frei zugänglich, das habe ich jedenfalls bis jetzt noch nicht gehört, das kann natürlich noch kommen. Es ist ja auch schwierig, denn viele Pflanzen, die dazu gehören, sind eben nicht hier vor Ort. Und zu den Bachblüten gehören ja nicht nur Blumen, sondern auch Bäume und Sträucher, und auf diesem kleinen Gebiet die Bäume und Sträucher anzusiedeln, ist nochmal ein Thema für sich.

Blick in den Naturpark Gerding

Da habe ich natürlich überlegt, wie mach ich das Ganze, und habe dann mit Walter Gerding, der ja hier seinen Naturpark hat, überlegt, dass wir uns  kombinieren, und dass ich da Beschriftungen an den Bäumen machen kann, die mir hier fehlen, die er aber schon hat, die schon groß und hervorragend da stehen. So hab ich dann nicht mehr das Problem, wo pflanze ich die hin, kann ich die überhaupt hier hinsetzen, und muss ich mir noch Land besorgen.

Und von daher war das nun ganz praktisch. Einiges hat er mir auch schon geschenkt, - hiermit nochmal meinen Dank an Walter Gerding -, er hat uns auch Sträucher für unseren Bereich hier gegeben. Ja, und mit den anderen Pflanzen, die mir jetzt noch fehlen, muss ich das dann nach und nach gestalten.

Die Blütezeiten sind natürlich unterschiedlich, und die Schwierigkeit, die Pflanzen zu bekommen, - denn das sind Feld- und Wiesenpflanzen, die hat Dr. Edward Bach in der Wildnis, also im Feldbereich, gefunden -, rührt daher, dass die nicht so ganz einfach in den Gärtnereien zu bekommen sind.

 

Das ist also das große Thema, das ich vor mir habe, aber das werde ich nach und nach schaffen, da bin ich mir sicher.

 

Tafel im Bachblütengarten

 

U.:

Was sind eigentlich "Bachblüten", wer hat sie entwickelt, wozu dienen sie?

Magst du das einmal erklären?

 

Veronika:

Dr. Edward Bach

Dr. Edward Bach, der 1886 geboren wurde, und der bis zu seinem Tod 1936 daran gearbeitet hat, seine Blüten-Essenzen zu finden, verdanken die Bach-Blüten ihren Namen. Aber bis es soweit war, dass er seine 38 Essenzen gefunden hatte, war es ein langer Prozess.

 

Zunächst praktizierte Edward Bach als Arzt in London. Diese Stelle war nicht von langer Dauer, und zwar aus zwei Gründen: Er hatte keine große Liebe zur Chirurgie, und außerdem war er krank. Sein Körper teilte ihm mit, dass er unglücklich war. Nach seiner Genesung suchte er nach einer neuen Arbeit.

Er ist dann in die Bakteriologie gegangen, in die Forschung über Darmbakterien, die zu Impfstoffen verarbeitet und zur Behandlung eingesetzt werden konnten.

1917 brach Bach zusammen, er hatte Krebs und musste sofort operiert werden. Man hatte ihm noch drei Monate zu leben prophezeit.

Auf der Suche nach Heilung lernte Bach die Homöopathie Hahnemanns kennen. Er begann, die Impfstoffe homöopathisch zu potenzieren, wodurch die Mittel an Wirksamkeit zunahmen.

Er hat die Homöopathie dann auch eine ganze Weile praktiziert, indem er dieses Thema, den ganzen Menschen behandeln zu wollen, weiterverfolgt hat, denn Hahnemann hat ja auch schon diesen psychischen Aspekt im Vordergrund gehabt, diesen geistig-psychischen Aspekt.

 

Das waren für Edward Bach die ersten Anfänge seiner neuen Heilmethode, denn dort hat er erkannt, dass die Darmbakterien alleine nicht nur der Auslöser für die Erkrankung waren, sondern dass gleiche Patienten mit gleichen Krankheitssymptomen ähnliche Charaktereigenschaften, Verhaltensweisen und Gemütszustände besaßen!

 

Das war für ihn ein Aha-Erlebnis.

 

Dies ließ ihn nach Entsprechungen menschlicher Verhaltensweisen und passender Heilmittel suchen.

Er hat festgestellt, es geht nicht nur um Infektionen, es geht nicht nur um das Körperliche, man muss den gesamten Menschen behandeln.

Im Bachblütengarten

Zu sehen, dass der Mensch nicht nur Körper ist, sondern dass Geist und Seele den Hauptbereich bedeuten, das wurde für ihn immer wichtiger, so dass er in dieser Richtung weiterforschte. Seine Theorie war, dass wir an erster Stelle Geistwesen sind und dann erst alles andere kommt. Dadurch ist alles auf der Geistebene zu erreichen.

 

Und da er selber krank geworden war, hat er alles Bisherige einschließlich der Homöopathie über den Haufen geworfen, weil sein Ziel war, dass jeder in der Lage sein sollte, sich selbst zu behandeln, es aber für den einzelnen viel zu schwierig war, die ganzen Materialien zu beschaffen.

Denn Edward Bach wollte etwas ganz, ganz Einfaches.

Das war nämlich das Wichtigste für ihn, dass die Menschen sich selbst heilen können mit einfachen Mitteln, das hat er immer wieder betont.

Im Bachblütengarten

Und da er aus dem Walisischen kam, aus dem keltischen Bereich, - also er hatte keltische Vorfahren und war auch mit dem Urwissen der keltischen Vorfahren vertraut -, kannte er auch das keltische Wissen, dass man aus Pflanzen und mit den Pflanzen viele positive Energien bekommen kann. So hat sich Dr. Bach gesagt, ich brauche bloß nach den Pflanzen zu suchen, die in der Umgebung wachsen, die jedem zugänglich sind. Und daraufhin ist er nach Wales gereist und hat dort mit zwei Bekannten zusammen nach diesen Pflanzen geforscht. Das hat viele Jahre gedauert, bis er dann wirklich seine 38 Blüten-Essenzen gefunden hatte.

Edward Bach hat übrigens noch 19 Jahre lang gelebt, also nicht nur diese drei vorausgesagten Monate, auf Grund dessen, dass er sich jetzt wirklich eigentherapiert hat. Er hat die Pflanzen gesucht, die für ihn passend waren.

Er hat verstanden, dass man nur dann gesund sein kann, wenn man glücklich, zufrieden und fröhlich ist, und nicht verkrampft, sondern locker seinen Weg gehen kann.

Deshalb wollte er die Pflanzen finden, die helfen können, körperliche Beschwerden oder eine Krankheit gar nicht erst aufkommen zu lassen.

Er wollte an die Wurzeln gehen.

 

Edward Bach erkannte, dass die Ängste und Unzufriedenheit und andere negative Gemütszustände, zeigen, dass wir den Weg der Seele nicht gehen. Und um wieder auf den Weg zu kommen, den man gehen möchte, den die Seele gehen möchte, braucht man die Hilfe der Pflanzen.

Im Bachblütengarten

Da Bach ja erfahren hatte, dass es einen Zusammenhang zwischen den Krankheiten der Patienten und ihren Charaktereigenschaften und Gemütszuständen gibt, hat er versucht, passend dazu die Pflanzen zu suchen, und er hat sie durch seine intuitive Gabe auch wirklich gefunden. Die Pflanzen haben eine Schwingung, die die negativen Schwingungen im Menschen ins Positive umwandeln können.

 

Er kam zu der Überzeugung, dass keine Form der körperlichen Behandlung oder eine perfekte Ernährung alleine heilt, ohne Liebe, und ohne unser Gemüt von negativen Gedankenmustern zu befreien.

Aus seinem keltischen Wissen, was ich ja vorhin schon angesprochen habe, kommen die beiden Methoden, die Sonnenmethode und die Kochmethode, die er zur Herstellung der Blütenessenzen benutzt hat.

U.:

Willst du die beiden Methoden erklären?

 

Im Bachblütengarten

 

 

Veronika:

Die Heilkräfte der Pflanzen entfalten sich, indem bestimmte Rituale eingehalten werden.

 

Also, bei der Sonnenmethode geht es darum: Es muss zunehmender Mond sein, es muss 100%iger Sonnenschein vorhanden sein, und die Herstellung der Bachbüten-Essenz muss morgens früh vor 9 Uhr passieren. Kurz vor 9 Uhr müssen die Pflanzen, also die Blüten, gesammelt werden, denn dann ist die Konzentration, die Essenz, am höchsten. Dazu braucht man Wasser aus einem nahe gelegenen Quellwasser, - das muss dann wirklich ganz klares Quellwasser sein -, in dem man für 45 Minuten die Pflanzen wirken lässt. Dabei geht die Essenz von den Blüten auf das Wasser über und kann als Essenz in Tropfenform genutzt werden. Dann hat man diese "Stockbottle", die volle Essenz, und diese wird nochmal mit Wasser verflüssigt. Diese kann man zusätzlich durch Alkoholzusatz haltbar machen.

Hagebutten im Bachblütengarten

Und bei der Kochmethode ist es so: Der Weg ist am Anfang gleich, also das Sammeln der Pflanzen ist ähnlich, sie werden aber anders aufgearbeitet. Und zwar lässt man die Blüten kurz aufkochen. Und anschließend folgt die Weiterverarbeitung wie bei der Sonnenmethode.

 

Es steht auch überall beschrieben, das kann man nachlesen.

Und zu bekommen sind die Bachblüten in der konzentrierten Form als Stockbottle oder bereits verdünnt und konserviert in den Apotheken.

 

Veronika erklärt weiter:

 

Bevor man die Bachblüten-Essenzen anwenden kann, ist es wichtig, dass man erkennt, wo sind die zu Grunde liegenden Probleme. Edward Bach hat die Hauptprobleme wie Angst und Unsicherheit noch unterteilt. Viele Menschen leiden ja unter Ängsten, - sei es begründet oder unbegründet -, da gibt es verschiedene Varianten, für die dann auch die unterschiedlichen Pflanzen anzusehen sind. Da muss man genau hingucken, wo liegen bei mir die Ängste, sind sie berechtigt oder unberechtigt, und ist eine berechtigte Angst, die ich habe, vielleicht zu stark, so dass ich Unterstützung brauche, oder ist sie noch im Normalbereich.

 

Veronika:

So, jetzt also zu den Bachblüten-Pflanzen.

 

Während wir den Garten durchwandern, sucht Veronika die Bachblütenpflanzen, die zum großen Teil noch sehr klein sind. Einige hat Veronika bereits beschriftet, so dass man sie besser finden kann.

 

Veronika:

 

Ein spezielles Thema von Dr. Bach sind die Notfalltropfen.

Die kennen viele, die sind teilweise schon vorne in den Apotheken ausgelegt.

Die Notfalltropfen, Rescue, bestehen aus fünf verschiedenen Bachblüten-Essenzen. Dazu gehören: Star of Bethlehem, Rock Rose, Impatiens, Cherry Plum und Clematis.

Sie werden in Notfällen aller Art und bei akuten seelischen Belastungen eingesetzt.

 

Star of Bethlehem - Doldiger Milchstern

Der Star of Bethlehem, Doldiger Milchstern - den habe ich schon, er wird von Edward Bach als "Seelentröster" bezeichnet, - er würde normalerweise dort stehen, aber der blüht leider im Moment nicht.

 

 

Clematis

Dann gehört die Clematis dazu, da stehen wir übrigens direkt davor, und die blüht auch schon.

Der Mensch, der sie braucht, hat etwas mit Gleichgültigkeit zu tun, also dass ihm alles gleich ist, er hat so das Gefühl, keine Freude mehr zu empfinden, es ist ihm alles egal.

 

Wenn wir in diesem August wirklich mal einen sonnigen Tag haben, ohne Wolken, dann könnten wir das nützen, von dieser Clematis einmal eine Essenz herzustellen. Aber leider ist der Himmel im Moment zu oft bedeckt, ja, und man muss ja auch den Vollmond oder zumindest den zunehmenden Mond abwarten.

U.:

Also, du würdest gern einmal selbst solche Bachblütentropfen herstellen?

 

Veronika:

Einfach mal zum Testen, wie funktioniert es, kommt dann die Wirkung? Das wäre natürlich schon spannend.

 

Cherry plum - Kirschpflaume

Ja, hier ist die Cherry plum, die Kirschpflaume. Die habe ich erst in diesem Jahr angesetzt, sie hat auch noch nicht geblüht, ich denke, da werden erst im nächsten Jahr Früchte und Blüten kommen, also die entwickelt sich gerade. Ich muss sie auch noch kennzeichnen.

U.:

Und das ist eine Rankpflanze?

 

Veronika:

Nein, das ist keine Rankpflanze, das ist ein Baum, aber der wird im Moment noch ein bisschen gestützt, weil, wenn der zu klein ist, gibt es ein Problem beim Sturm, oder auch, dass man ihn übersieht beim Pflegen. Er ist einfach noch zu klein.

 

Die "Cherry plum" hat die Bedeutung, dass, wenn einem etwas ganz Schwieriges passiert ist, und man ist total überfordert mit irgend welchen Situationen, dass man Angst hat, die Kontrolle zu verlieren, und dann auch irgend welche Dinge macht, die man eigentlich nicht machen möchte, und trotzdem kommt das Bedürfnis immer wieder, das doch zu tun - da wird einem dann durch die "Cherry plum" geholfen, dass man mehr Ruhe in sich bekommt, mehr Sicherheit, und dann wieder regenerieren kann.

 

Impatiens - Springkraut

Zu den Notfalltropfen gehört auch noch das Impatiens, das  Springkraut. Ich hatte es auch schon hierhin gesetzt, aus dem Wald geholt, doch es entwickelt sich so massiv, es verteilt sich so stark, so ging es nicht. Aber ich werde es noch einmal heranholen, aber dann pflanze ich es an eine Ecke, wo es nicht ganz so problematisch ist.

 

Rock Rose - Gemeines Sonnenröschen

Und schließlich noch  Rock Rose, Gemeines Sonnenröschen, habe ich auch hier im Moment. Und sie blüht sogar. Man braucht die Essenz nach einem richtig starken Schrecken, und sie führt dann wieder zu Mut.

 

Willow - Weide

Veronika:

Natürlich habe ich auch noch andere Bachblüten, - nicht nur die fünf, die zu den Notfalltropfen gehören.

 

Hier, die Weide, Willow, die wir gleich am Anfang gesehen haben, sie ist auch eine  Bachblüte. Und wie alle Bachblüten hat sie ihre Bedeutung. Personen, die Willow brauchen, haben das Gefühl, "Alles läuft gegen mich", und "Egal, was kommt, es läuft nicht rund", man sucht die Probleme immer irgendwo außerhalb, aber nicht bei sich selber. Denen gibt die Weide die Kraft, zu sich selbst zu kommen, selbst seine Probleme anzugehen und dann mit dem Leben richtig umzugehen.

Die Wegwarte, Chicory, blüht ja momentan ziemlich gut, das ist die Pflanze, die vielen Müttern fehlt, die mit ihrer Liebe ihre Kinder erdrücken, und die hoffen, vielleicht die Liebe wiederzubekommen. Es muss aber eine Liebe sein, die wirklich im Fluss ist, die einfach gegeben wird der Liebe wegen und nicht, um irgendetwas zu bekommen, um Anerkennung zu bekommen.

U.:

Und die Wegwarte hast du besonders gerne?

Wegwarte - Chicory

Veronika:

Ja, die hab ich besonders gerne, denn sie hat vom Aussehen dieses Leichte, Luftige, die hat ja ein Blau, das gibt es eigentlich gar nicht mehr, hab ich so das Gefühl. Bei der Kornblume ist es noch ein tieferes Blau, aber diese hat so was Durchscheinendes. Diese zarten Blüten an den Stängeln, an diesen festen, harten Stängeln, das hat schon was, was ganz Besonderes. Es gibt ja Stunden, da sind sie ganz unscheinbar, denn wenn es gegen Nachmittag, Abend geht, dann verschließen sich die Blüten, und am frühen Morgen strahlen sie dann bis zum späten Nachmittag, und am Abend sieht man wieder nur noch die kleinen Blütenstängel, quasi Blütenstängel ohne Kopf, als wenn sich die Blüten verkrochen hätten. Und ich freue mich, dass sie hier so gut angekommen sind, so stark und kräftig sind.

Honeysuckle - Geißblatt

Hier ist das Geißblatt, Honeysuckle. Das Geißblatt wächst hier überall zwischen den anderen Pflanzen. Wer diese Blüte braucht, lebt in Erinnerung, man hat das Gefühl, das Leben ist so schwer, so grausam, ich kann nicht mehr, das ist mir zu viel und ein einziger Kampf, und man lebt nicht mehr im Hier und Jetzt. Das Geißblatt bringt einen wieder in die Gegenwart und gibt einem wieder die Kraft, das Hier und Jetzt zu sehen und es auch anzugehen.

So wie alle Bachblüten gibt einem Honeysuckle wieder den nötigen Elan, die Dinge so zu sehen, wie sie sind, und auch mit seinen Kräften so umzugehen, dass es einfach wird, dass das Leben glücklich und friedvoll wird.

 

Ja, und die Wegwarte hat sich hier auch wieder dazwischen gemogelt.

U.:

Wenn du die so magst, fühlt sie sich wohl besonders willkommen.

Vine - Wein

Veronika:

Ja, bestimmt.

Und hier die Pflanze Wein - Vine ist direkt daneben. Bei Vine ist es so, dass die Menschen sehr herrisch sind, die dieses brauchen, es muss alles nach ihrer Meinung gehen, und die gehen auch nicht davon ab, sie sind dominant, tyrannisch. Und da gibt ihnen Vine wieder die Möglichkeit, alles mit Liebe anzugehen, seinen Mitmenschen ihre Eigenständigkeit zu lassen, ihnen seine Meinung nicht aufzudoktrinieren, sondern zu sagen, versuch es, mach es, man kann ja sehen, wie es wird. Sie müssen wieder dieses Weiche, dieses Gefühl für die andern bekommen. Und dabei hilft ihnen der Wein.

Holly - Stechpalme

Veronika:

Ja. Und da haben wir Holly, die Stechpalme. Hier geht’s um Eifersucht, Rachsucht, Wut, also diese wirklich negativen Eigenschaften. Und Holly soll diesen Menschen die Großzügigkeit und die Fähigkeit zu lieben geben.

Gorse - Stechginster

So, jetzt sind wir also am Stechginster, Gorse, der steht für die völlige Hoffnungslosigkeit, für jemand, der weiß überhaupt keinen Ausweg mehr, dann hilft ihm Gorse, dann kommt er aus diesem Tief heraus, und es entsteht wieder Hoffnung auf das Leben.

Heather - Heidekraut

Ah, hier ist Heather, das Heidekraut, das ganz einfache, das ist auch eine Bachblütenpflanze, das ist sogar eine von den ersten gewesen, die ich gehabt habe.

Und Heather gibt man den Personen, die nicht allein sein können, die permanent reden. Die bekommen durch Heather dann Hilfe, dass sie zur Ruhe kommen, zu sich selber, und dann in Ruhe die Dinge angehen können, ohne dieses Gefühl, ich bin alleine, ich brauche jemanden, ich muss permanent reden, damit ich mich spüre.

Mimulus - Gauklerblume

Hier ist ja noch eine Bachblüte, und zwar die Gauklerblume, Mimulus. Der Mensch, der dies braucht, ist sozusagen "mimosenhaft". Er hat Angst vor bekannten Dingen. Bei einigen anderen Bachblüten geht es ja um die Angst vor unbekannten Dingen, und hier um die Angst vor bekannten Dingen, wo man schneller Ängste bekommt als andere, z.B. vor großen Hunden wie Schäferhunden, also solchen, die gefährlich werden könnten. Diese Menschen brauchen dann Unterstützung. So gibt es auch Angst vor Verlust von Dingen, von Geld, von Menschen, die Angst, riesige Schmerzen zu bekommen, eine schlimme Krankheit zu bekommen, usw. Also, wer die Mimulus braucht, kann nicht viel ertragen, kommt ganz schnell an den Punkt, wo er zu viele Ängste hat vor diesem und jenem, und man kann in seinem Leben nicht normal fortschreiten, weil man vor lauter Angst immer wieder zurückschreckt.

U.:

Bekommt die Mimulus denn auch so schöne Blüten, wie hier abgebildet?

Veronika:

Aber ja, die hatte sie auch schon. Und vielleicht kommen jetzt noch welche wieder. Zuerst dachte ich, die würden eingehen, die hätten es nicht geschafft, weil es zwischendurch so trocken war.

 

Hier ist irgendwo ein kleiner Teich, wo ist er denn hingekommen? Ach hier, der ist schon ganz eingewachsen. Dahin pflanze ich noch eine Mimulus um, damit sie genügend Wasser bekommt.

Clematis

Hier ist noch einmal eine Clematis, da kommen die Fruchtstände bald, die sehen jetzt aus wie kleine Beatles, mit den witzigen haarigen Köpfchen. Aber das ist eine andere Art von Clematis, nicht die, die ich brauche. Aber so ähnlich sehen sie schon aus.

Agrimony - Odermennig

Ach, hier ist mein  Agrimony oder Odermennig. Diese zarten kleinen gelben Blüten. Bei Menschen, die Agrimony brauchen, ist es so, man gibt sich nach außen fröhlich, obwohl man es nicht ist, zeigt aber seine Probleme, seinen Kummer nicht, man bleibt in sich verschlossen, und ist dadurch in so einer Ruhe- und Rastlosigkeit, denn innen brodelt es, und nach außen zeigt man eine Fassade, eine Maske. Agrimony gibt einem inneren Frieden, die innere Ruhe zurück und die Möglichkeit, sich mit anderen auszutauschen, zuzugeben, mir geht es nicht gut. Manchmal würden ja Gespräche schon reichen, um eine Lösung zu finden oder eine gewisse Selbsterkenntnis zu erlangen. Man kann durch den Austausch wieder selber Wege finden. Durch Agrimony wird das einfacher, man kommt aus dieser Blockade heraus, dass man sich keinem mehr mitteilen kann.

Vervain - Eisenkraut

Und hier ist Vervain, das Eisenkraut. Das ist hier aber noch nicht die richtige Art. Im Herbst will ich versuchen, die echte Bachblüte Vervain zu erwerben, hier in den normalen Gärtnereien ist es schwierig, sie zu bekommen.

Der Mensch, der diese Blüte braucht, ist zu enthusiastisch, zu willensstark, zu übereifrig, er will was in die Welt bringen und andere fanatisch davon überzeugen, er selbst ist ganz angespannt dabei, und auch anderen tut es nicht gut. Bei dem Willen, etwas durchzusetzen, geht er über Grenzen hinweg. Und durch Vervain bekommt er die Ruhe und Gelassenheit, seine Überzeugungen auf gemäßigte Weise weiterzugeben, seine Freude und Begeisterung gehen dabei nicht verloren.

Während wir weiter durch den Bachblütengarten gehen, fährt Veronika fort:

 

Nicht alle Bachblütenpflanzen sind hier an meinem Ort, wie gesagt, einige stehen drüben bei Martha, andere sind im Naturpark Gerding.

Das Tausendgüldenkraut, Centaury, habe ich auch noch nicht, das will ich mir im Herbst besorgen. Das ist ein Kraut, das hilft, wenn man immer das Gefühl hat, man muss was für den andern tun, man kann nicht nein sagen.

Elm - Ulme

Hier kommt eine Ulme, Elm, die gehört auch zu den Bachblüten. Elm brauchen Menschen, die eine zu große Aufgabe oder Verantwortung auf sich genommen haben und dadurch in eine Krise der Selbstüberforderung geraten. Hier kann die dabei Bachblüte helfen, sich nicht mehr zuzumuten, als man leisten kann.

Wild Rose - Heckenrose

Und hier natürlich die Wild Rose, die Heckenrose, die zur Zeit allerdings keine Blüten mehr, sondern die Hagebutten-Früchte trägt. Menschen, die diese Bachblüte brauchen, sind gleichgültig und teilnahmslos, weil ihnen die Lebensfreude fehlt. Hier kann Wild Rose helfen, Freude und Motivation wiederzuerlangen.

Ach, Crab Apple, Holzapfel, - wo ist der denn? ich hab ja noch ein paar Bäume. Bäume haben wir jetzt weniger behandelt, weil die meisten ja nicht hier am Ort sind.

 

(Veronika sucht am Rand des Feldes, doch der kleine Baum ist unter einem Wald von Beifuß nicht zu finden.)

 

Crab Apple ist für Menschen, die das Gefühl haben, sie sind nicht gut genug, und sie haben diesen Sauberkeitswahn, die glauben, immer putzen und sich reinigen zu müssen. Da gibt Crab Apple das Gefühl, wieder rein zu sein, dass man gut ist, so wie man ist, und dass man dann wieder in die Normalität kommt.

Das ist ja hier ein Wald von Beifuß. Irgendwo darin muss das Bäumchen Crab Apple sein. Das Kraut Beifuß benutzt man übrigens zum Räuchern. Das ist das Kraut, das auch in der chinesischen Medizin, TCM, für die Moxa-Therapie gebraucht wird. Davon haben wir hier so viel, das können wir dann demnächst zum Räuchern benutzen, zur energetischen Reinigung. Das passt eigentlich zum Thema Crab Apple, den finden wir sicher auch irgendwann.

 

Die reinen Bachblüten von Edward Bach sind diese 37 Blüten plus die eine Essenz von Rock water, das ist ja keine Blüte, sondern Quellwasser.

Veronika überlegt:

Ich muss jetzt erstmal sehen, welche Pflanzen, die zu den Bachblüten gehören, hier überhaupt überleben können, aber ich denke, es werden schon einige sein, denn die englische Landschaft ist ja unserer nicht so unähnlich.

 

Das Schöne ist, die Bachblüten sind ja Feld- und Wiesenpflanzen, da finden wir sie natürlich überall. Es kommt immer wieder eine Pflanze dazu, wenn wir hier durch die Gegend gehen. Nur, mir war es jetzt einfach mal wichtig, viele von ihnen an einem Ort zu zeigen, sie zu beschriften, damit man sie auch bewusst sieht, und damit man mal in Ruhe darüber nachdenken kann, was uns diese Blüten wirklich bringen, was sie für eine Bedeutung haben.

 

Im Bachblütengarten

Für Edward Bach war sehr wichtig, zu zeigen, dass alles miteinander verbunden ist, die Menschen, die Pflanzen, die Tiere, die Steine, die Erde, der Himmel. Alles hat ja Energiefrequenzen, die miteinander verbunden sind, und deshalb ist es auch für uns so wichtig, dass wir mit allem im Guten sind, im Reinen sind, dass wir nicht die Tiere oder die Pflanzen schlecht behandeln, und vor allem auch die Mitmenschen.

Wir gehen teilweise über Grenzen hinweg, die uns nicht gut tun, und das passiert durch Gedanken, die wir gegen uns selbst richten oder gegen andere.

 

Ringelblumen im Bachblütengarten

Deshalb gibt es auch passende positive Gedanken, so genannte Affirmationen, Kraftformeln zu den Tropfen. Sie sind dazu da, dass ich auch verstehe, was mit mir los ist, dass ich nicht nur die Essenzen innerlich einnehme, sondern dass das Problem auch gedanklich bewusst wird, dass ich es in Sprache umsetze. Derjenige, der eine Heilung erhält durch die Pflanzen, für den wird das noch einmal verstärkt durch die eigenen Gedanken. Wenn man z.B. permanent denkt, es geht nicht, es geht nicht, dann geht es auch nicht.  - Wenn man aber durch eine Affirmation den Impuls bekommt, ich versuche es, ich schaffe es, ich bin auf dem richtigen Weg, und das verinnerlicht, dann kann es gelingen.

Ich möchte noch einmal betonen, wie wichtig Edward Bach die grundlegenden Gemütsstrukturen wie Angst, Unsicherheit, Gleichgültigkeit, Interessenlosigkeit, Einsamkeit, Überempfindlichkeit, Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung, übertriebene Sorge um andere fand. Diese differenzieren sich natürlich nochmal, weil es eben unterschiedliche Ängste gibt. Das ist alles beschrieben bei Mechthild Scheffer, die sich seit dreißig Jahren sehr mit dem Thema beschäftigt hat, es noch einmal aufgegriffen hat, und auch die Affirmationen hinzugefügt hat.

 

Edward Bach hat kurz vor seinem Tode seine Freunde gebeten, sie möchten bitte diese Bachblütentherapie weiterführen, weil er das unheimlich wichtig fand. Und das ist auch gemacht worden. Ins Deutsche übersetzt hat das dann 1983 Mechthild Scheffer, die in Hamburg lebt. Und seitdem ist die Bachblüten-Therapie auch bei uns viel intensiver bekannt geworden. Sie arbeitet auch heute noch daran.

 

Ich fände es interessant, mit ihr einmal Kontakt aufzunehmen.

U.:

Liebe Veronika, Ich bedanke mich für den schönen Spaziergang mit dir und für die vielen Informationen über die Bachblüten und die Einblicke in deine Arbeit hier, und ich freue mich auf die Fortsetzung.

 

 

 

 

Kontakt zu Veronika Mess hier

Kopfgrafiken:

Wegwarte / Heckenrose / Wilde Möhre