PERSPEKTIVEN UND VISIONEN

Martha Wieskus mit Hopfenkranz (Foto: Leonie Buscher)

Auf unserem Weg durch die Kreativgärten spricht Martha auch über ihre Vorstellungen und Visionen bezüglich der naturnahen Gestaltung weiterer öffentlicher Flächen von Darup:

"Ökohang"

Martha:

Und hier ist perspektivisch geplant, - hier  (am Ende der Kreativgärten linke Seite)  steht ja so ein riesiger Ökohang -, da eine Verbindung zu schaffen zu unserem naturnahen Gelände, z.B. mit Gehölzen eine Verbindungslinie zu schaffen, in dem sich etwa ein Karnickel ungesehen bewegen kann, dass Tiere hier Bewegungsräume finden, Nistmöglichkeiten finden. Dass wir hier die Verbindung durch das Aufforsten naturnaher Hecken schaffen.

Und es ist ebenfalls perspektivisch geplant, im optimalen Fall auch den Friedhof ökologisch umzugestalten. Dann hätten wir hier so ein riesiges zusammenhängendes Gebiet. Das ist eine schöne Zielvorstellung.

U.:

Eine Vision.

 

Martha:

Ja, eine Vision, dass man das hier, perspektivisch gesehen, auf den ganzen Ort ausdehnt, eine Umstellung wenigstens der öffentlichen Flächen auf ökologische Systeme.

 

Also meine Vorstellung ist, - und optimal wäre, wenn die Signalwirkung als Gruppe von uns käme -, dass alle Kreativgärtner hier sagen würden: Wir rufen den Klimagipfel 2017 in Darup aus.

Das ist das Ziel.

Darum geht es: die öffentlichen Flächen, - jede Straße hat so eine Gemeindefläche, das sind an jeder Straße so etwa drei bis vier Meter auf jeder Straßenseite, das ist eine ganze Menge, die pflügen die Bauern ganz selbstverständlich um und vergiften sie dabei gleichzeitig -, zu renaturieren. Die Idee ist, von der Kapelle ab links runter und dann den Hahnsweg runter, dass die ganzen Flächen an den Rändern der Straße zurückgeholt werden, und dass sie naturnah gestaltet werden, in Form von Blühstreifen, bzw., da sind z.T. noch so alte Heckensysteme vorhanden, diese komplett neu aufzuforsten, so dass genau das passiert, was ich eben schon gesagt habe, dass die Tiere dort wieder Rückzugsräume und Nahrungsquellen haben. Also, das ist etwas, was der "Klimagipfel 2017" bringen soll. Es gibt mehrere Ideen, also auch die, dass das so eine große zusammenhängende Zone wird, auch zusammen mit Gerdings "Naturpark", das wäre ja schon eine ganze Menge.

Das nächste wäre, in Südfeld zu gucken, ob man da die Bauern motivieren kann, das Gebiet punktuell zurückzugeben, und wenn es auch noch so klein ist, denn das ist ja da ein Sumpfgebiet, was wieder renaturiert werden sollte.

Die Kirche von Darup

Ein weiterer Punkt ist, im Ortskern etwas zu machen, nämlich, dass sich eine Truppe um die ganze Ecke um die "Alte Diele" kümmert. Um die Kirche herum, das ist ein tolles Gelände, aber da hält sich kein Mensch auf, weil es langweilig ist, du kannst dich da nirgendwo aufhalten. Und ich hab auch schon eine Idee, wie man den Platz neben der Kirche gestalten könnte, z.B. könnte man einen "Hildegard-von-Bingen-Garten" daraus machen, ich finde, der würde wunderbar um die Kirche passen.

Die "Alte Diele"

Und dann die "Alte Diele", - es ist eine Schande, dass dieses unter Denkmalschutz stehende Haus in Darup nicht genutzt wird. Und um die "Alte Diele", davon bin ich fest überzeugt, muss sich das ganze Dorf kümmern, da müsste sich eine Initiative bilden, die sich das vornimmt.

Und ich habe schon perspektivisch die Vorstellung, dass man die Garten-Idee, die wir hier oben haben, einfach weiterträgt, indem man noch andere Themengärten anlegt. Ja, z.B. der Axel, der möchte ja so gern einen "Bönninghausen-Garten" machen.

Blick von außen in den Garten der "Alten Diele"

Wenn man dann so viele Themengärten hier im Ort hätte, das wäre einfach toll. Und ich kann mir gut vorstellen, einen "Bönninghausen-Garten" hinter der "Alten Diele" zu haben. Also, dass soche Heilgärten zu diesen verschiedenen Ansätzen an Heilarbeit, an allen möglichen Stellen als Themengärten entstehen würden, ich finde, das würde zu diesem Dorf passen.

Und hier fängt wieder ein Bereich an, den ich gemacht habe, hier beginnt nämlich der "Poesiegarten".

Im "Poesie-Garten"

Und hier habe ich nun verschiedene Statements stehen. Z.B. das hier ist mir ganz wichtig: Wiederbelebung der Allmende-Idee: Tauschhandel, also Aussteigen aus der Geldwirtschaft, Selbermachen, weil das eine neue Lebensqualität bringt, eine Form der Selbstbestimmung. Und Allmende ist ja eine uralte Form der Gesellschaftsorganisation wie Gemeinschaftsbesitz, - modern heißt das dann "Carsharing", also die uralte Idee, was Menschen besitzen, zu teilen. Z.B. diese Randstreifengeschichte, wovon ich schon erzählt habe, da oben am Hahnsweg, das gehörte früher der Dorfgemeinschaft, und die Leute früher, die keine großen Felder hatten, hatten aber alle eine Selbstversorgung, die hatten Tiere zu Hause, aber kein Land, und die bewirtschafteten dann diese Wegränder, zum Heuen, zum Grasen der Tiere, usw., und diese Allmende-Idee finde ich hochinteressant, - also, wieder gemeinschaftlich Dinge zu besitzen, wie beim Carsharing. Wieso braucht jeder ein Auto, es würde reichen, wenn ein Ort wie Darup z.B. zehn eigene Autos hätte, oder muss jeder einen eigenen Rasenmäher haben? Also, das kannst du auf ganz viele Dinge beziehen, so dass eine Dorfgemeinschaft ganz viel Energie einsparen könnte. Es reicht doch, dass es in so einem Dorf ein Haus gäbe, in dem man sich verschiedene Maschinen ausleihen könnte.

Martha:

Und dazu habe ich hier noch einen Spruch von Nietzsche, den finde ich ganz toll:

"Die Hoffnung ist der Regenbogen über dem herabstürzenden Bach des Lebens".

Ich finde, das hat schon so eine schöne Melodie.

 

 

Und hier ist wieder Wasser, und hier sind wieder Blüten, also, im Prinzip sind wir hier sehr langweilig, wir machen immer das gleiche. (Sie lacht.)

U.:

Nicht so ganz.

Wenn ich schon sehe, was sich alles wieder verändert hat, seitdem ich hier vor ein paar Tagen fotografiert habe.

 

Martha:

Ja, das ist auch das Schöne.

Ich finde Sprüche ja so gut -, und hier steht es auch schon:

"Das einzige, was sicher ist, ist die Veränderung".

 

Kopfgrafiken:

Ökohang / Blühstreifen