Ein berühmter Daruper: der Homöopath Clemens Maria Franz von Bönninghausen

Das Bönninghausen-Denkmal in Darup (Foto: U.Sewing)

Der folgende Text über den Homöopathen Clemens Maria Franz von Bönninghausen wurde von Axel Köhler zusammengetragen anlässlich der Bönninghausen-Ausstellung auf der Daruper Landpartie 2011 und der darauf folgenden Lesungen. Der Text zeigt die Bedeutung des Clemens von Bönninghausen, dem wir am 18. Mai 2014, in seinem 150. Todesjahr, ein Denkmal vor Haus Darup, das ca. 200 Jahre im Besitz der Familie Bönninghausen war, gesetzt haben.

 

 

Die "Sternstunden"-Feiern auf dem Weg der Erinnerung zur Finanzierung eines Bönninghausen-Denkmals finden Sie hier.

 

Erläuterungen zum Weg der Erinnerung finden Sie hier

 


Zusammenfassung der Biografie des Homöopathen

Clemens Maria Franz von Bönninghausen

(1785-1864)

 

Um 1300 wurde das Haus Darup erstmalig urkundlich

erwähnt. Eigentümer war damals Bernhard von Dodorpe (Darup).

Ab 1400 wechselten die Eigentümer von Haus Darup in kurzer Zeitfolge.

Im Jahre 1714 heiratete in Darup die Witwe Sybilla von Galen

den Witwer Generalmajor Casper Lothar Dietrich von

Bönninghausen aus dem sauerländischen Eslohe-Bremscheid.

Dieser brachte aus seiner ersten Ehe vier Kinder mit nach Darup.

Damit begann eine Ära von über 200 Jahren derer von

Bönninghausen auf Haus Darup.

 

Deren berühmtester Vertreter war Clemens Maria Franz von Bönninghausen.

Er wurde 1785 auf Haus Herinkhave bei Tubbergen/ NL, einem

Zweitwohnsitz der Familie, geboren. Er ging in die Geschichte

ein als der erste Landrat des Kreises Coesfeld, als Botaniker

und nicht zuletzt als Homöopath.

Clemens Maria Franz von Bönninghausen verbrachte seine Kindheit auf Haus Herinkhave. Er besuchte das Gymnasium Paulinum in Münster.                                                                                                                                                              1803 nahm er das Studium der Rechte an der Universität Groningen auf und schloss dieses drei Jahre später mit dem Titel Dr. jur. ab. Im Jahre 1814 zog er mit seiner ersten Frau, Sophia Freiin von Schade zu Ahausen, von Haus Herinkhave nach Haus Darup.  

 

Mit dem Wiener Kongress von 1815 wurde Europa neu geordnet. Danach fiel Westfalen an das Königreich Preußen.

Von Bönninghausen wurde 1816 erster Landrat des neu gebildeten Kreises Coesfeld, mit einer Kreisstube auf Haus Darup. Drei Jahre später wurde der Sitz des Landratsamtes nach Coesfeld verlegt, und von Bönninghausen bezog eine Wohnung in Coesfeld. 1829 errichtete er ein Haus in Münster. Es ist aber davon auszugehen, dass er auch weiterhin in Darup residierte, da er sehr eng mit der Landwirtschaft verbunden war, auf Haus Darup hochgestellte Persönlichkeiten empfing und 1855 eine Genehmigung erhielt, hier eine homöopathische Apotheke einzurichten.

 

Nach dem Tod seiner ersten Frau erfolgte 1822 die zweite Eheschließung mit Maria von Hamm. Aus dieser Ehe gingen neun Kinder hervor.

1822 gab er seine Tätigkeit als Landrat auf und wurde Leiter der bei den Katastergeschäften vorkommenden Abschätzung. Damit verbunden war eine intensive Reisetätigkeit durch ganz Westfalen, und er konnte sich seiner Leidenschaft, der Botanik, weiter zuwenden. Durch wissenschaftliche Veröffentlichungen und Arbeiten auf dem Gebiet der Botanik wurde er 1826 zum Direktor des Botanischen Gartens in Münster ernannt.

Ein Jahr später übernahm er die Leitung der botanischen Exkursionen an der Chirurgischen Lehranstalt zu Münster.

 

1827 erkrankte er an Tuberkulose und wurde durch seinen Kollegen Dr.

Weihe aus Herford homöopathisch behandelt. Nach seiner

Genesung pflegte er engen Kontakt zu Dr. Hahnemann aus                          

Köthen, dem Begründer der Homöopathie.

Dr. Hahnemann war ausgebildeter Allopath, also Schulmediziner, und suchte nach neuen medizinischen Wegen. Er, und auch später von Bönninghausen, hatten zu ihrer Zeit großen Erfolg.

Von Bönninghausen beschäftigte sich fortan intensiv mit der Homöopathie, und 1829 wurde Anette von Droste Hülshoff (t 1847) seine erste Patientin. Er blieb ihr Leibarzt, und sie stand in regem Briefwechsel mit ihm.

 

Mittlerweile wurde Clemens von Bönninghausen als Homöopath stark nachgefragt, was in der damaligen Ärzteschaft großes Missfallen auslöste.

Erst 1843 erreichte von Bönninghausen die "Preußisch-Königliche Genehmigung", als nicht approbierter Arzt eine Praxis zu betreiben. Als unermüdlicher Arbeiter veröffentlichte er unzählige Werke, die z.T. heute noch von Bedeutung sind.

 

Er erlangte schon zu Lebzeiten hohe Auszeichnungen. Exemplarisch sei hier die Verleihung der medizinischen Ehrendoktorwürde der Universität zu Cleveland zum Dr. med. H.C. im Jahre 1854 zu nennen. Er behandelte die französische Kaiserin Eugénie offensichtlich erfolgreich und wurde deshalb vom französischen Kaiser Napoleon dem III. mit dem Orden der Ehrenlegion geehrt.

 

Im Jahre 1864 verstarb von Bönninghausen im Alter von 79 Jahren in Münster und wurde auf dem Hörster Friedhof beigesetzt.

Seine Arbeit als Homöopath wurde durch seine Söhne Karl und Friedrich von Bönninghausen, die Medizin studierten, fortgesetzt.

 

 

Karl von Bönninghausen übernahm 1857 die Praxis von Hahnemann in Paris und heiratete dessen Stieftochter Sophie Bohrer. Mit ihr kehrte er 1870 nach Darup zurück und praktizierte vermutlich bis an sein Lebensende (1899). Beigesetzt wurde das Ehepaar auf dem Daruper Friedhof.

Zuletzt war ein Urenkel von Clemens Maria Franz von Bönninghausen, nämlich ebenfalls Clemens von Bönninghausen, als homöopathischer Heilpraktiker in Coesfeld tätig. Dieser soll Daruper zu einem Vorzugspreis von 5,- DM behandelt haben.

 

                                                                 Axel Köhler, Darup

 

 

Die Entstehung des Bönninghausen-Denkmals in Bildern finden Sie hier.

Samuel Hahnemann war der Begründer der Homöopathie.

Clemens Maria Franz von Bönninghausen wurde sein Schüler und enger Mitarbeiter, dem Hahnemann großen Respekt und uneingeschränktes Vertrauen in dessen Heilkunst schenkte.

Bönninghausen-Lesung und Ausstellung im Daruper Landgasthaus Egbering 2012: Axel Köhler, Ursula Sewing, Anita Schulze-Darup, Johann Bross.

Quelle, die Axel Köhler benutzte: Friedrich Kottwitz, "Bönninghausens Leben - Hahnemanns Lieblingsschüler", O-Verlag

Das Bild von Bönninghausen stammt ebenfalls aus diesem Buch, das Bild von Samuel Hahnemann fanden wir bei Google.

Die Kopfgrafik zeigt einen Ausschnitt der Hintergrunddekoration für die erste Bönninghausen-Lesung im AWO-Bildungshof.